Der kleine Prinz – etwas anders

Als Papiertheater.

Im Jahr 1980 wurde von einer deutschen Papierfabrik als nostalgische Kuriosität ein Papiertheater für spezielle Kunden herausgebracht.

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Entworfen wurde es von der Designerin Gisa Birkner.

Das Buch erschien in einer einmaligen, limitierten Auflage von eintausendfünfhundert Stück.

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Jedes Buch wurde handschriftlich numeriert und signiert.

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Papiertheater entstanden um 1830 in England. Dort wurden die bekanntesten Bühnenstücke für das Theater in der Wohnstube in Kurzfassung gedruckt. Sie waren komplett mit farbigen Bilderbögen von Darstellern in den wichtigsten Szenen zu erwerben.

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Dazu gehörten Konstruktionsbögen und die passenden Kulissen.

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Der Heimregisseur konnte dann, je nach Einfallsreichtum und Geschick mit effektvoller Beleuchtung und musikalischer Untermalung das Papiertheater entsprechend aufwerten.

Fast 40 Jahre hindurch vergnügte man sich in englischen, französischen und deutschen Salons mit dieser Form des Theaters.

1980 kam die Nordland Paperfabrik auf die Idee, die Geschichte vom Kleinen Prinzen mit diesen Theaterbögen hinüberzuretten in unsere hektische Zeit.

So könnte man die Geschichte, aufgebaut in 5 Szenen, nachspielen.

Die Theaterbögen wurden auf 250 g/qm Offsetkarton gedruckt, das Buch auf 170g/qm satiniertem Postkartenkarton.

Eine ausführliche Anleitung zum Bau der Figuren und Kulissen ist im Buch enthalten.

Ehrlich, ich habe es nicht übers Herz gebracht, den Karton zu zerschneiden.

Ich erfreue mich an der Einzigartigkeit dieses Buches und der Bögen und bin ein bisschen stolz, dass ein Exemplar mit der Nummer 1275,  in meinem Buchregal unverletzt,  die Geschichte vom kleinen Prinzen spielen könnte.

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Published in: on Oktober 21, 2009 at 8:59 pm  Comments (15)  

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15 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Da erblasse ich vor Neid.

  2. Ein echter Knaller!

  3. Davon habe ich nichts gewusst. Es weckt sofort meine Begehrlichkeit.

  4. Hach. Papiertheater. Ob es das Festival in Preetz http://www.vhs-preetz.de/pptt/geschichte.htm wieder gibt? Das war großartig.

  5. Wie kommst Du nach Preetz ?
    Bist Du dort schon mal gewesen, zum Papiertheatertreffen ?
    Leider war das erste Treffen 1988 und da war ich ja schon einige Jahre nicht mehr in Kiel, sonst wäre ich sicher dort gewesen.

    • Ich war 2002 mal da, mit lieben Menschen in einem Wohnmobil; lange Geschichte. Damals habe ich Unglaubliches in Papier gesehen. (Und nebenbei in der Buchhandlung Polidor das weltbeste Backbuch gekauft, es aber mittlerweile wieder verschenkt, und jetzt ist es vergriffen.)

  6. Das weltbeste Backbuch ?
    Wie lautet der Titel ?

    • W.H. Storrer, Die Haus-Conditorei. Da steht drin, wie man drei Kilo Pfeffernüsse backt. Oder vier Kilo Lebkuchen. Und es sind alle Aggregatzustände des Zuckers ergötzlich beschrieben. Irgendwo wird es das nochmal geben …

  7. Meinst Du Dieses ?
    http://www.buchgourmet.com/prod_details.asp?productid=4336&subcat=983&page=8&sort=title&back=cat

    • Jaaa! Genau das. Allerdings im günstigeren Nachdruck von 1998 (habe ich bei den Amazonen gebraucht gefunden).

  8. Lieber Ottogang,
    was hast du denn noch so in deinem Raritätenkabinett stehen? Laß es mal raus!

    • Von dem „Keinen Prinz“
      von Gisa Birkner habe ich
      das limitierte Buch mit der
      Nr. „

  9. […] kleine Prinz als Papiertheater ist von Ottogang beschrieben: hier Bewerten: Gefällt mir:Gefällt mirSei der Erste, dem dieser post […]

  10. Bin in der glücklichen Lage 1980 das Buch Nummer 1393 bekommen zu haben. Das Theater und auch das Buch habe ich all die Jahre immer wieder gerne in die Hand genommen. Heute wieder, weil ich das Stück aufführen und gleichzeitig filmen möchte. Bei den Vorbereitungen kam mir die Idee, nach der Designerin Gisa Birken im Internet zu suchen. So bin ich hier gelandet.
    Detlef

    • Schön zu lesen, daß noch weitere Bücher existieren.
      Gib mir bitte Info, wo ich Dein filmisches Werk dann anschauen kann, bin sehr neugierig.


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